Ein Tag voller Glücksmomente.

Wenn es in den letzten vier Jahren einen Tag gab, der ein kleines bisschen perfekter war als alle anderen. Einen Tag, der emotionaler und gefühlvoller und gleichzeitig noch Stefan-und-Sarina-typischer war als alle anderen, dann war es dieser. Dieser eine Tag. Der 31. Juli 2018.

Während mein frischgebackener Ehemann – es klingt noch ganz ungewohnt und so furchtbar erwachsen – schläft, sitze ich hier auf unserer wunderschönen Dachterrasse mit Blick auf die Elbmündung und einen sternenklaren Nachthimmel. Gedanklich lasse ich die letzten 15 Stunden Revue passieren und stolpere von einem Glücksmoment zum nächsten. Von lautem Lachen zu nicht aufzuhaltenden Tränen. Von großem Herzklopfen zu tiefer Entspannung. Von den schwitzigen 32 Grad im kleinen Leuchtturm zur stürmischen Schlechtwetterfront, die uns zu einer Pause in dem Strand Café zwingt, in dem wir vor über vier Jahren schon einmal saßen. Ich denke an die Standesbeamtin und an die locker-lustige Trauung, die nicht besser zu uns hätte passen können. An die Mighty Oaks, die uns beim Shooting im Wald und auch später am Abend, als wir zum Sonnenuntergang über die Dächer Cuxhavens tänzeln, begleiten. An wunderschöne Heidelandschaften und all die anderen Orte, die wir an diesem Tag besucht haben. An eine Fotografin, die es in nullkommanix schafft, meinen kamerascheuen Mann zu begeistern. Und mich natürlich auch.

Ja, dieser Tag war ein ganz besonderer.

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Dialog im Stillen – ein Ausflug in die Welt der Gehörlosen.

Habt ihr euch schon einmal gefragt, wie es wohl wäre mit Handicap durch die Welt zu gehen? Im Rollstuhl zu sitzen und darauf angewiesen zu sein, dass es überall barrierefreie Wege gibt? Seinen Alltag zu bestreiten, obwohl man blind ist und keinen Sehsinn hat, um sich schnell und einfach auf der Straße zu orientieren? Oder eine Serie auf Netflix zu schauen ohne Geräusche, Stimmen oder Worte wahrnehmen zu können? Nichts außer das bewegte Bild?

Um ehrlich zu sein, frage ich mich letzteres ziemlich oft. Ich tue dies, weil ich einen sehr engen Bezug zur Gehörlosigkeit habe – denn meine Mutter litt mit 3 Monaten an einer Hirnhautentzündung und ist seitdem auf beiden Ohren taub. Meine Mutter schaut Filme, die für sie keinen Ton haben. Sie versucht Unterhaltungen sprechender Menschen zu folgen und muss sich oft eingestehen, dass sie an ihre Grenzen stößt. Weil die anderen zu schnell reden, Fremdwörter benutzen, die meine Mutter nicht versteht oder einfach weil sie einen Bart tragen und somit der Mund, den Gehörlose so dringend zum Lippenlesen benötigen, verdeckt wird. Obwohl sie für eine kurze Zeit in ihrem Leben hören konnte, kennt sie es nicht anders. Und ich kenne sie nicht anders. Auch wenn ich sicher mehr Verständnis für die Bedürfnisse von gehörlosen Menschen habe und weiß, wie ich ihnen den Alltag etwas einfacher machen kann, so weiß ich trotzdem nicht, wie meine Mutter die Welt wahr nimmt.

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