Irgendwo im Nirgendwo.

Aysen Carretera Austral Coyhaique Piedra de Indio

Ich würde es gerne anders ausdrücken, netter und weniger vulgär, aber ich finde keinen Ausdruck, der den Nagel besser auf den Kopf trifft. Während in Chile die Sommerferien enden und die Ludoteca für zwei Wochen geschlossen ist, um die Pläne für die nächsten Monate zu schreiben, mache ich Urlaub im schönen Patagonien. Am Arsch der Welt.

Das Fleckchen Erde, welches ich mir für meinen 10-tägigen Ausflug ausgesucht habe, zählt nicht zu den bekanntesten. Weder unter den Reisenden, noch unter den Chilenen. Die Region Aysén liegt im Süden Chiles, umfasst 108.494 km² und besteht aus zehn Gemeinden – ein Großteil davon mit Einwohnerzahlen im unteren vierstelligen Bereich. In diesem Teil des Landes findet man zahlreiche Inseln, Gletscher, Nationalparks und den größten See Chiles – den Lago General Carrera, der über die argentinische Grenze hinaus geht und dort lustigerweise einen anderen Namen trägt. Die kleinen Ortschaften werden über die durchaus bekannte Carretera Austral, eine weitestgehend unbefestigte Fernstraße, miteinander verbunden.

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Die Kinder des Cerro Merced.

Valparaíso besteht aus 45 Hügeln, auch Cerros genannt. Je weiter man die steilen Straßen hinaufklettert, umso größer wird die Armut. Man bewegt sich weg von den bunten Straßen und den vielen Touristen. Hinauf in Gegenden, in denen es keine ausgebauten Straßen und kein fließend Wasser gibt und die Kriminalität schon im Kindesalter beginnt. Irgendwo zwischen den Touristenhotspots und den ärmsten Ecken der Stadt befindet sich der Cerro Merced und mit ihm die Ludoteca, die Kindern aus der Nachbarschaft einen geschützten Raum zum Spielen und Welt entdecken bietet. Ein Projekt, das ich nun seit zwei Wochen begleite.

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Planänderung in Valparaíso.

Seit Samstag bin ich jetzt hier in Valparaíso, der bunten Hafenstadt nur eine Stunde von Santiago de Chile entfernt. Mein Zuhause für die nächsten 6 Wochen. Zu Valpo, wie die Einheimischen sagen, gibt es viele Meinungen. Alle ganz unterschiedlich. Die einen sagen, die Stadt sei hässlich, dreckig und gefährlich. Die anderen sind begeistert von der hippen Stadt mit ihren steilen Straßen und unzähligen Treppen, den ausgefallenen Graffitis und alten Seilbahnen. Eins ist aber sicher, Valparaíso ist die wohl einzigartigste Stadt in ganz Chile. Ich glaube da sind sich alle einig.

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Chiloé, du Schönheit.

Nachdem ich die ersten Tage nach meiner Ankunft etwas kopflos war, habe ich nun auch noch mein Herz verloren. Auf einer Insel im wunderschönen Norden Patagoniens.

Chiloé Ancud Straßen1

Während meiner Reisevorbereitung bin ich immer wieder über die zweitgrößte Insel Chiles gestolpert. Blogs, Reiseführer und Instagram sorgten dafür, dass mich Chiloé mit der unberührten Natur und den süßen Holzhäuschen immer wieder aufs neue verzaubert hat. Eigentlich war schnell klar, dass dies mein erster Stopp hier in Chile sein soll. Nur mit der Planung hat es lange gedauert. So ist das einfach, wenn man sich entscheiden muss. Chile hat unheimlich viel zu bieten und auch wenn ich drei Monate hier im Land bin, werde ich nicht alles sehen können, was auf meiner To-Do Liste steht. Umso schwieriger ist es dann, sich festzulegen. Sich für ein Ziel zu entscheiden und dafür drei andere zu streichen. Man hat immer das Gefühl, man könnte etwas verpassen, es könnte etwas noch besseres kommen. Blicke ich aber zurück auf die letzten drei Tage, dann bin ich davon überzeugt, alles richtig gemacht zu haben.

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37 Stunden später.

Ich bin angekommen. Körperlich zumindest. Gefühlt ist mein Kopf noch auf dem Weg. Vielleicht in einem der vier Flieger liegen geblieben, die mich hierher gebracht haben. Ich bin erschöpft, aber mir geht es gut.

Abschiede. Ich hasse sie. Am Flughafen in Frankfurt habe ich am Sonntag Morgen keine Zeit darüber nachzudenken. Ab durch die Sicherheitskontrolle, wie immer mit einem komischen Gefühl. Der Mann vor mir hat Flüssigkeiten dabei. Über 100ml. Und dann ist der Sprengstofftest auch noch positiv. Okay. Ich befürchte, dass sie mich auch zur Seite nehmen. Spritzen sind ja spitze Gegenstände, auch wenn ich sie aus medizinischen Gründen dabei habe. Laptop, Kamera, Inhalationsgerät, Medikamente und sonstige Flüssigkeiten aus dem Rucksack. Und ab durch die Kontrolle. Keiner sagt was, ich gehe schnell weiter. Die Mitarbeiter sind wohl mit dem Mann vor mir beschäftigt. Letzter Blick zu meinen Liebsten und dann drehe ich mich um. Weiterlesen “37 Stunden später.”

Abaya und nackte Füße.

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Sheikh Zayed Moschee in Abu Dhabi.

Auf einem Hügel mitten in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, steht die wohl schönste Moschee, die ich je gesehen habe. Sie steht erhöht, damit sie von allen Seiten betrachtet werden kann. Diese Ehre hat sie völlig verdient. Ein riesiger Palast aus weißem Marmor und Blattgold, mit 82 Kuppeln die von über 1.000 Säulen getragen werden und floralen Ornamenten an Wänden und Böden. Ein Gebetshaus, welches Platz für bis zu 40.000 Gläubige bietet und umgeben von hübsch angelegten Gärten, Wasserbecken und Springbrunnen ist.

Die Sheikh Zayed Moschee ist eine der wenigen Moscheen der VAE, die für Nicht-Muslime zugänglich ist. Außerhalb der Gebetszeiten kann man sich hier als Besucher umschauen und sogar Fotos machen. Es ist kein Wunder, dass dieses hübsche Bauwerk zu den meistbesuchten Attraktionen der Stadt zählt.

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Wenn Wolkenkratzer wie Miniaturtürme aussehen.

Ganze 60 Sekunden braucht einer der schnellsten Aufzüge der Welt für den Weg in den 124. Stock zur Aussichtsplattform im Burj Khalifa. Hoch oben auf 452 Metern liegt mir Dubai zu Füßen und sieht aus, als wäre ich im Miniaturwunderland. Die Skyline, die vom Boden aus dafür sorgt, dass ich dauerhaft den Kopf in den Nacken legen muss, fällt hier kaum mehr auf.

Sechs Jahre hat der Bau des Burj Khalifas gedauert. 13.000 Bauarbeiter waren Tag und Nacht beschäftigt, eine Etage wurde in nur drei Tagen fertig. Bei klarer Sicht bekommt man einen 360° Rundumblick auf den Persischen Golf, die Stadt und ihre Großprojekte. Und es wird einem einmal mehr bewusst, wie verrückt das hier alles ist.

Burj Khalifa

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Dubai – eine Stadt voller Gegensätze.

Dubai Flagge
Flagge der Vereinigten Arabischen Emirate.

Wenn ich Dubai in einem Wort beschreiben müsste, dann wäre ich im ersten Moment wahrscheinlich überfordert. Ich denke es würde irgendetwas zwischen verrückt, übertrieben und größenwahnsinnig werden. Eine überdimensionale Shopping Mall, in der es eine Skihalle mit fünf unterschiedlichen Abfahrten, Sesselliften und lebenden Pinguinen gibt – mitten in der Wüste? Künstliche Inselgruppen, die Palmen und die Weltkarte darstellen? Eine Aussichtsplattform in Form eines prunkvollen Bilderrahmens, 150 Meter hoch, 93 Meter breit? Einfach so. Als hätte die Stadt nicht schon genug Aussichtsplattformen und Wolkenkratzer zu bieten.

In Dubai ist das alles kein Problem. Es ist auch nicht schwer Dinge zu finden, die den Standard übertreffen. Wörter wie das höchste, schnellste, längste, einzige oder erste der Welt trifft man hier an jeder Ecke. Die zweitgrößte Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate hat also ordentlich was zu bieten.

Moschee und Wolkenkratzer Dubai Marina

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Reisen. Und Gutes tun.

Ich weiß nicht genau, wie lange mich dieser Traum schon begleitet und ob ich überhaupt noch daran geglaubt habe, diesen irgendwann zu verwirklichen. Immer wieder geisterte dieser Gedanke in den letzten Jahren durch meinen Kopf. Aber nie hat es gepasst. Irgendwas kam immer dazwischen. Und jetzt sind es nur noch 112 Tage bis zu meinem Abflug.

3 Monate Auszeit vom Job nehmen. Einen Freiwilligendienst im sozialen Bereich machen. Und mit dem Rucksack quer durch Chile reisen. So ist der Plan.

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Bunt, tänzelnd und wahnsinnig schön.

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Himmel über Kollafjörður. Fotoquelle: Special Tours Iceland

Polarlichter. Ein Phänomen, das ich bis heute nicht begreife. Nicht, dass ich nur nicht verstehen würde, wie sie zustande kommen. Oder warum. Nein, das ist es nicht. Es ist eher dieses Gefühl in den dunklen Nachthimmel zu schauen, und zwischen vielen strahlenden Sternen plötzlich wild tänzelnde Farbstreifen zu entdecken. Auch jetzt, wo ich dieses Spektakel selbst miterleben durfte, bleibt es für mich weiterhin einfach unbegreiflich.

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