Halbzeit.

Heute sind es genau 40 Tage. Seit 40 Tagen bin ich nun in Chile. Und in genau so vielen Tagen geht mein Flieger zurück nach Deutschland. Verrückt wie schnell die Zeit vergeht und wie viel ich in den letzten Wochen erlebt habe.

40 Tage mit insgesamt sieben Flüge und unzählige Reisen im klapprigen Fernbus. Freiwilligenarbeit mit Plan A, B und C. Große Sprachbarrieren und fragende Gesichter auf beiden Seiten. Lange Partynächte und faule Nichts-tu-Tage. Nächte, in denen ich vor Kälte kaum schlafen konnte und Tage, an denen ich mir trotz Lichtschutzfaktor 50+ alles verbrannt habe. Ziemlich viel ungesundes aber köstliches Essen in Chile. Empanadas, Churros und zu viel Pisco Sour. Und immer wieder Nudeln mit Tomatensoße in den Hostels, weil es einfach und schnell gehen muss. Das erste Mal in meinem Leben getrampt, alleine im Restaurant gesessen und in einem gemischten Schlafsaal mit fünf wildfremden Menschen übernachtet. Spontan entschieden, wo es als nächstes hingeht, anstatt die Reise bis ins kleinste Detail zu planen. Ein bisschen “Alltag “in Valparaíso zwischen den ganzen Eindrücken und Reisetagen. WG-Leben mit sieben Jungs, einem Hund und zwei Katzen. Wunderbare Begegnungen mit Chilenen und anderen Reisenden.

40 Tage voller Abenteuer und wunderschöne Landschaften. Ein Besuch der Pinguininseln in Puñihuil. Übernachtung in einem typischen bunten Stelzenhaus in Castro. Sonnenuntergang auf den Sanddünen von Concón. Wanderung auf dem Exploradores Gletscher in Patagonien. Kajakfahrt zu den magischen Marmorhöhlen. Der anstrengende Weg zur Lagune des Cerro Castillo, für den ich all meine Kräfte mobilisieren musste. Fährüberfahrt mit wunderbarer Aussicht auf dem größten See Chiles. Bootsparty bei Sonnenuntergang vor der Küste Valparaísos. Straßen voller bunter Streetart, Stromkabelsalaten und unzähligen streunenden Straßenhunden.

40 Tage voller Höhen und Tiefen. Breitem Grinsen und kullernden Tränen. Ungezügelter Euphorie und schmerzendem Heimweh.

40 Tage in denen ich über mich hinaus gewachsen bin. Mutiger, offener und entscheidungsfreudiger geworden bin. Und vielleicht auch zufriedener mit mir selbst.

40 Tage in denen ich mich besser kennen gelernt habe. Selbst überrascht habe, weil ich Dinge getan habe, die ich nie von mir gedacht hätte.

40 Tage Ankommen und wieder weiter ziehen. Aus dem Rucksack leben. Immer und immer wieder den treusten Begleiter meiner großen Reise packen und jedes Mal neue Eindrücke und Geschichten mitnehmen.

40 Tage mit der Erkenntnis, dass alleine Reisen auch Vorteile hat und Spaß machen kann.

Auf die nächsten und somit letzten 40.

—————————————————————————————————————————

Du möchtest auf dem Laufenden bleiben und eine Benachrichtigung per E-Mail bekommen, wenn ein neuer Blog-Beitrag veröffentlicht wurde? Dann abonniere einfach den fräulein_weitweitweg-Newsletter.

Ein Kommentar zu „Halbzeit.

Gib deinen ab

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere

Betrieben von WordPress | Theme: Baskerville 2 von Anders Noren.

Nach oben ↑