Reisen. Und Gutes tun.

Ich weiß nicht genau, wie lange mich dieser Traum schon begleitet und ob ich überhaupt noch daran geglaubt habe, diesen irgendwann zu verwirklichen. Immer wieder geisterte dieser Gedanke in den letzten Jahren durch meinen Kopf. Aber nie hat es gepasst. Irgendwas kam immer dazwischen. Und jetzt sind es nur noch 112 Tage bis zu meinem Abflug.

3 Monate Auszeit vom Job nehmen. Einen Freiwilligendienst im sozialen Bereich machen. Und mit dem Rucksack quer durch Chile reisen. So ist der Plan.

IMG_8069

Wenn ich Freunden, Arbeitskollegen oder auch Fremden von meinem Vorhaben erzähle, dann sind die Reaktionen unterschiedlich. Von überraschten Gesichtern, begeistertem Zuspruch und skeptischen Fragen ist alles dabei. Zugegeben, auch ich frage mich manchmal, was ich mir dabei gedacht habe. Für 11 Wochen in ein Land zu reisen, welches knapp 12.300 Kilometer von zuhause entfernt ist. Größtenteils alleine. Aber diese Momente sind selten, die Vorfreude überwiegt.

Warum Chile? Wirklich viel habe ich über dieses Land nicht gehört, bevor ich die Entscheidung getroffen habe, dorthin zu reisen. Es standen auch andere südamerikanische Länder im Raum, Bolivien oder Paraguay zum Beispiel. Jetzt, wo ich mich tagtäglich mit dem Land befasse, weiß ich: ich hätte kein besseres wählen können. Chile ist das schmalste und gleichzeitig längste Land der Welt. Es erstreckt sich über eine Länge von ca. 4.300 Kilometern und ist durchschnittlich gerade einmal 180 Kilometer breit. Durch die große Nord-Süd-Ausdehnung gibt es landschaftlich unheimlich viel zu entdecken. Vulkane, Urwälder, Fjorde, Wüsten, die vielen Nationalparks in Patagonien, die Anden und unzählige Sandstrände entlang der Küste. Und obwohl es in manchen Teilen Südamerikas etwas härter zugeht, gilt Chile als ein sicheres Reiseziel. Als alleinreisende Frau ist das ein beruhigendes Argument, sowohl für mich als auch für meine Liebsten.

Los geht es also am ersten Februarwochenende 2018. Mit einem Zwischenstopp in Amsterdam fliege ich von Frankfurt in die Hauptstadt Santiago de Chile. Knapp 28 Stunden werde ich unterwegs sein, wobei die reine Flugzeit „nur“ 20 Stunden beträgt. Das wird schon die erste Herausforderung, so weit bin ich noch nie geflogen. Nicht, dass ich Angst vorm Fliegen hätte. Nein, ich frage mich aber manchmal, was man so lange macht, da oben über den Wolken. Schlafen? Lesen? Filme gucken? Wahrscheinlich alles zusammen, genug Zeit ist ja.

Meine Reise nach Chile wird nicht nur daraus bestehen, schöne Orte zu erkunden und Land und Leute kennen zu lernen. Denn ursprünglich wollte ich nach Südamerika, um dort ein soziales Projekt zu unterstützen. Und deshalb werde ich zu Beginn meiner Reise für 6 Wochen nach Valparaíso gehen, eine Hafenstadt in der Nähe von Santiago de Chile. Hier werde ich im Kinderheim Playa Ancha Minderjährige betreuen, die aufgrund familiärer Probleme Schutz suchten. Auch wenn ich nicht genau weiß, was mich dort erwartet und ich großen Respekt vor dieser Aufgabe habe, freue ich mich darauf den Mitarbeitern vor Ort unter die Arme greifen zu können und Aktivitäten mit den Kindern zu unternehmen.
Die To-Do-Liste für meine Reise schrumpft und wächst gleichzeitig. Während Flug, Freiwilligenprojekt und Unterkunft schon gebucht sind, kommen neue Punkte wie z.B. Spanisch lernen, Reiseroute planen und Versicherungen abschließen dazu. Es ist spannend all das zu organisieren und zu sehen, wie mein großer Traum wächst und zur Realität wird. Allerdings ist es auch zeitintensiv, denn das Internet bietet einem unendlich viele Möglichkeiten und Informationen, die man gar nicht alle aufnehmen und verarbeiten kann. In diese Liste von Informationsquellen werde ich mich einreihen und in den nächsten Monaten, sowohl vor als auch während und nach meiner Reise ein paar Geschichten zu Chile erzählen.

Ein Kommentar zu „Reisen. Und Gutes tun.

Gib deinen ab

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere

Betrieben von WordPress | Theme: Baskerville 2 von Anders Noren.

Nach oben ↑