Ein Tag voller Glücksmomente.

Wenn es in den letzten vier Jahren einen Tag gab, der ein kleines bisschen perfekter war als alle anderen. Einen Tag, der emotionaler und gefühlvoller und gleichzeitig noch Stefan-und-Sarina-typischer war als alle anderen, dann war es dieser. Dieser eine Tag. Der 31. Juli 2018.

Während mein frischgebackener Ehemann – es klingt noch ganz ungewohnt und so furchtbar erwachsen – schläft, sitze ich hier auf unserer wunderschönen Dachterrasse mit Blick auf die Elbmündung und einen sternenklaren Nachthimmel. Gedanklich lasse ich die letzten 15 Stunden Revue passieren und stolpere von einem Glücksmoment zum nächsten. Von lautem Lachen zu nicht aufzuhaltenden Tränen. Von großem Herzklopfen zu tiefer Entspannung. Von den schwitzigen 32 Grad im kleinen Leuchtturm zur stürmischen Schlechtwetterfront, die uns zu einer Pause in dem Strand Café zwingt, in dem wir vor über vier Jahren schon einmal saßen. Ich denke an die Standesbeamtin und an die locker-lustige Trauung, die nicht besser zu uns hätte passen können. An die Mighty Oaks, die uns beim Shooting im Wald und auch später am Abend, als wir zum Sonnenuntergang über die Dächer Cuxhavens tänzeln, begleiten. An wunderschöne Heidelandschaften und all die anderen Orte, die wir an diesem Tag besucht haben. An eine Fotografin, die es in nullkommanix schafft, meinen kamerascheuen Mann zu begeistern. Und mich natürlich auch.

Ja, dieser Tag war ein ganz besonderer.

Weiterlesen “Ein Tag voller Glücksmomente.”

Unterwegs auf dem Salar de Uyuni.

Da stehe ich also. Auf dem größten ausgetrockneten Salzsee der Erde. Mitten im bolivianischen Altiplano auf knapp 3700 Metern über dem Meeresspiegel. So lange hatte ich darauf gewartet, so viele unzählige Bilder gesehen. Und bin trotzdem total fasziniert von dieser weißen Pracht, die so weitläufig ist, dass sie – egal wo ich hinschaue – am Horizont auf den strahlendblauen Himmel trifft.

Weiterlesen “Unterwegs auf dem Salar de Uyuni.”

Ein kurzer Abstecher nach Bolivien.

Der Grund, warum wir nach dem ganzen LATAM-Airlines-Streik-Schlamassel alle Hebel in Bewegung setzten, um irgendwie in den Norden Chiles zu kommen, war eine Tour, die wir bereits vor einigen Monaten gebucht hatten – und auf die ich mich seitdem unglaublich freute. Auch wenn wir kurz darüber nachgedacht hatten, war eine Planänderung keine Option für mich. Und das war im Nachhinein betrachtet das absolut Richtige. Denn die viertägige Tour, die wir von San Pedro de Atacama in Chile nach Uyuni in Bolivien und wieder zurück gemacht haben, war es auf alle Fälle wert und definitiv ein Highlight meiner dreimonatigen Reise.

Freitags Morgens um halb 8 ging es also los. Mit einer Mischung aus zu wenig Schlaf und zu viel Aufregung wurden wir in unserem Hostal abgeholt. Bevor wir uns in Richtung Grenze machten, holten wir die anderen Teilnehmer aus ihren Unterkünften ab: Sylvain aus Frankreich, Shalan aus Brasilien und Esther und Miguel aus Belgien. Rein in den Bus und auf nach Bolivien.

Weiterlesen “Ein kurzer Abstecher nach Bolivien.”

Natur pur im Nationalpark Torres del Paine.

Patagonien Torres del Paine4
Die berühmte Skyline des Torres del Paine.

Man schafft es eigentlich kaum, hier in Chile an ihnen vorbei zu kommen. Die drei imposanten Granittürme des Torres del Paine sind das Aushängeschild des Landes. Ein Touristenmagnet, der einen direkt bei der Ankunft am Flughafen in Santiago auf unzähligen Werbetafeln begrüßt und sogar den wohl am häufigsten genutzten Geldschein – die 1.000 Pesos – ziert.

Weiterlesen “Natur pur im Nationalpark Torres del Paine.”

Auf in Richtung Kleiner Norden.

Irgendwie hat es mich auf meiner bisherigen Reise hier in Chile immer wieder in den Süden des Landes gezogen – Puerto Montt, die Insel Chiloé, Coyhaique und die Region Aysén. Aktive Vulkane, riesige Gletscher, türkisblaue Seen und wunderschöne grüne Wälder. Farbenfrohe und kontrastreiche Orte. Für den letzten Teil meiner Solo-Reise, die am kommenden Montag endet – weil ich Besuch aus Deutschland bekomme, juhu! – sollte es also diesmal in den für mich unbekannten Norden Chiles gehen. Genauer gesagt in das Halbwüstengebiet des Kleinen Nordens.

Kleiner Norden, bitte was? Ich gebe zu, das hört sich schon ganz schön seltsam an. Aber wenn man sich mal überlegt, dass Chile mit einer Länge von knapp 4300 Kilometern ganz schön viel Norden und mindestens genauso viel Süden hat, dann macht das durchaus Sinn. Dazu kommt, dass das Land in Sachen Klima und Landschaft unterschiedlicher nicht sein könnte. Das Land ist also unterteilt in: Großer Norden, Kleiner Norden, Zentralchile, Kleiner Süden und Großer Süden.

Weiterlesen “Auf in Richtung Kleiner Norden.”

Kunterbunte Bändchen und tausende Wünsche.

Horcon puente de los deseos4

Horcón – ein süßes kleines Örtchen etwa 50 km nördlich von Valparaíso, welches in den 60ern als die Hippiehochburg schlechthin galt. Verlassene bunte Fischerboote liegen unterhalb der Strandpromenade, es gibt ein paar Restaurants und Supermärkte und eine Open-Air Spielhalle, die einer Geisterstadt ähnelt. Ich sehe wenige Menschen auf der Straße, kaum Touristen, nur Einheimische. Denn wirklich viel scheint es hier nicht zu geben. Außer eine Brücke – mit tausenden kunterbunten Bändern und mindestens genauso vielen Wünschen.

Weiterlesen “Kunterbunte Bändchen und tausende Wünsche.”

Chilenisch Kochen für Anfänger.

Chilean Cuisine Cooking Class4

Alles begann bei einem Spaziergang mit meinen Mitbewohnern an meinem ersten Sonntag hier in Valparaíso. Während wir gemütlich durch die bunten Straßen unserer Nachbarschaft schlenderten, kamen wir an einer wunderschön bemalten roten Tür vorbei. Man muss dazu sagen, dass man hier an jeder Ecke farbenfrohe Gemälde an Hausfassaden und Garagentoren findet, aber irgendwie hatte es uns diese Tür angetan. Wir standen gefühlt eine Ewigkeit davor, machten Fotos und bewunderten sie. Bis wir ein kleines Schild entdeckten: Chilean Cuisine. Cooking Class Valparaíso. Aha, eine Kochschule.

Seitdem hing der Flyer also in meinem Zimmer und erinnerte mich daran, dass ein Kochkurs eine wunderbare Möglichkeit ist, die Kultur eines Landes noch besser kennen zu lernen. Ich wollte diesen also unbedingt machen. Nachdem sich meine Zeit hier in Valparaíso langsam aber sicher dem Ende neigt, musste ich also Nägel mit Köpfen machen und buchte letzten Sonntag ganz spontan den Kurs für den darauffolgenden Tag.

Weiterlesen “Chilenisch Kochen für Anfänger.”

Der Weg zur Lagune des Cerro Castillo.

Ich bin unglaublich müde und mir tut einfach alles weh, was weh tun kann. Ich möchte keinen Schritt mehr laufen und werde morgen den Muskelkater meines Lebens haben. Aber ich hab sie geschafft, die Tageswanderung zur Lagune des Bergs Cerro Castillo. Sieben steile Kilometer rauf und sieben wieder runter. Schwierigkeitsgrad mittel bis schwer. 1061 Höhenmeter. In sechseinhalb Stunden. Geiler Scheiß, ich kann es selbst kaum glauben.

Laguna Cerro Castillo Daytrek1

Irgendwie sind diese zehn Tage in Patagonien sportlicher als gedacht. Und ich nehme Herausforderungen an, die mich selbst staunen lassen. Aber so ist so eine Soloreise ans andere Ende der Welt irgendwie. Man wächst mit jedem Tag, jedenfalls innerlich.

Weiterlesen “Der Weg zur Lagune des Cerro Castillo.”

Capillas de Mármol. Ein Traum wird wahr.

Vielleicht fragt sich der ein oder andere von euch, warum es mich ausgerechnet in diese Ecke Patagoniens verschlagen hat. Wohlwissend, dass es nicht einfach ist, hier von A nach B zu kommen. Mal abgesehen davon, dass ich immer wieder merke, dass es mich eher in die unberührte Natur als in überlaufene Großstädte zieht, gibt es hier in Puerto Río Tranquilo etwas, was ziemlich weit oben auf meiner Was-ich-mir-unbedingt-anschauen-muss-Liste stand: die Capillas de Mármol.

Aysen Capillas de Marmol Kayak3

Aysen Capillas de Marmol Kayak9

Weiterlesen “Capillas de Mármol. Ein Traum wird wahr.”

Irgendwo im Nirgendwo.

Aysen Carretera Austral Coyhaique Piedra de Indio

Ich würde es gerne anders ausdrücken, netter und weniger vulgär, aber ich finde keinen Ausdruck, der den Nagel besser auf den Kopf trifft. Während in Chile die Sommerferien enden und die Ludoteca für zwei Wochen geschlossen ist, um die Pläne für die nächsten Monate zu schreiben, mache ich Urlaub im schönen Patagonien. Am Arsch der Welt.

Das Fleckchen Erde, welches ich mir für meinen 10-tägigen Ausflug ausgesucht habe, zählt nicht zu den bekanntesten. Weder unter den Reisenden, noch unter den Chilenen. Die Region Aysén liegt im Süden Chiles, umfasst 108.494 km² und besteht aus zehn Gemeinden – ein Großteil davon mit Einwohnerzahlen im unteren vierstelligen Bereich. In diesem Teil des Landes findet man zahlreiche Inseln, Gletscher, Nationalparks und den größten See Chiles – den Lago General Carrera, der über die argentinische Grenze hinaus geht und dort lustigerweise einen anderen Namen trägt. Die kleinen Ortschaften werden über die durchaus bekannte Carretera Austral, eine weitestgehend unbefestigte Fernstraße, miteinander verbunden.

Weiterlesen “Irgendwo im Nirgendwo.”

Betrieben von WordPress | Theme: Baskerville 2 von Anders Noren.

Nach oben ↑