Chilenisch Kochen für Anfänger.

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Alles begann bei einem Spaziergang mit meinen Mitbewohnern an meinem ersten Sonntag hier in Valparaíso. Während wir gemütlich durch die bunten Straßen unserer Nachbarschaft schlenderten, kamen wir an einer wunderschön bemalten roten Tür vorbei. Man muss dazu sagen, dass man hier an jeder Ecke farbenfrohe Gemälde an Hausfassaden und Garagentoren findet, aber irgendwie hatte es uns diese Tür angetan. Wir standen gefühlt eine Ewigkeit davor, machten Fotos und bewunderten sie. Bis wir ein kleines Schild entdeckten: Chilean Cuisine. Cooking Class Valparaíso. Aha, eine Kochschule.

Seitdem hing der Flyer also in meinem Zimmer und erinnerte mich daran, dass ein Kochkurs eine wunderbare Möglichkeit ist, die Kultur eines Landes noch besser kennen zu lernen. Ich wollte diesen also unbedingt machen. Nachdem sich meine Zeit hier in Valparaíso langsam aber sicher dem Ende neigt, musste ich also Nägel mit Köpfen machen und buchte letzten Sonntag ganz spontan den Kurs für den darauffolgenden Tag.

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Halbzeit.

Heute sind es genau 40 Tage. Seit 40 Tagen bin ich nun in Chile. Und in genau so vielen Tagen geht mein Flieger zurück nach Deutschland. Verrückt wie schnell die Zeit vergeht und wie viel ich in den letzten Wochen erlebt habe.

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Capillas de Mármol. Ein Traum wird wahr.

Vielleicht fragt sich der ein oder andere von euch, warum es mich ausgerechnet in diese Ecke Patagoniens verschlagen hat. Wohlwissend, dass es nicht einfach ist, hier von A nach B zu kommen. Mal abgesehen davon, dass ich immer wieder merke, dass es mich eher in die unberührte Natur als in überlaufene Großstädte zieht, gibt es hier in Puerto Río Tranquilo etwas, was ziemlich weit oben auf meiner Was-ich-mir-unbedingt-anschauen-muss-Liste stand: die Capillas de Mármol.

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Die Kinder des Cerro Merced.

Valparaíso besteht aus 45 Hügeln, auch Cerros genannt. Je weiter man die steilen Straßen hinaufklettert, umso größer wird die Armut. Man bewegt sich weg von den bunten Straßen und den vielen Touristen. Hinauf in Gegenden, in denen es keine ausgebauten Straßen und kein fließend Wasser gibt und die Kriminalität schon im Kindesalter beginnt. Irgendwo zwischen den Touristenhotspots und den ärmsten Ecken der Stadt befindet sich der Cerro Merced und mit ihm die Ludoteca, die Kindern aus der Nachbarschaft einen geschützten Raum zum Spielen und Welt entdecken bietet. Ein Projekt, das ich nun seit zwei Wochen begleite.

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Planänderung in Valparaíso.

Seit Samstag bin ich jetzt hier in Valparaíso, der bunten Hafenstadt nur eine Stunde von Santiago de Chile entfernt. Mein Zuhause für die nächsten 6 Wochen. Zu Valpo, wie die Einheimischen sagen, gibt es viele Meinungen. Alle ganz unterschiedlich. Die einen sagen, die Stadt sei hässlich, dreckig und gefährlich. Die anderen sind begeistert von der hippen Stadt mit ihren steilen Straßen und unzähligen Treppen, den ausgefallenen Graffitis und alten Seilbahnen. Eins ist aber sicher, Valparaíso ist die wohl einzigartigste Stadt in ganz Chile. Ich glaube da sind sich alle einig.

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37 Stunden später.

Ich bin angekommen. Körperlich zumindest. Gefühlt ist mein Kopf noch auf dem Weg. Vielleicht in einem der vier Flieger liegen geblieben, die mich hierher gebracht haben. Ich bin erschöpft, aber mir geht es gut.

Abschiede. Ich hasse sie. Am Flughafen in Frankfurt habe ich am Sonntag Morgen keine Zeit darüber nachzudenken. Ab durch die Sicherheitskontrolle, wie immer mit einem komischen Gefühl. Der Mann vor mir hat Flüssigkeiten dabei. Über 100ml. Und dann ist der Sprengstofftest auch noch positiv. Okay. Ich befürchte, dass sie mich auch zur Seite nehmen. Spritzen sind ja spitze Gegenstände, auch wenn ich sie aus medizinischen Gründen dabei habe. Laptop, Kamera, Inhalationsgerät, Medikamente und sonstige Flüssigkeiten aus dem Rucksack. Und ab durch die Kontrolle. Keiner sagt was, ich gehe schnell weiter. Die Mitarbeiter sind wohl mit dem Mann vor mir beschäftigt. Letzter Blick zu meinen Liebsten und dann drehe ich mich um. Weiterlesen “37 Stunden später.”

Reisen. Und Gutes tun.

Ich weiß nicht genau, wie lange mich dieser Traum schon begleitet und ob ich überhaupt noch daran geglaubt habe, diesen irgendwann zu verwirklichen. Immer wieder geisterte dieser Gedanke in den letzten Jahren durch meinen Kopf. Aber nie hat es gepasst. Irgendwas kam immer dazwischen. Und jetzt sind es nur noch 112 Tage bis zu meinem Abflug.

3 Monate Auszeit vom Job nehmen. Einen Freiwilligendienst im sozialen Bereich machen. Und mit dem Rucksack quer durch Chile reisen. So ist der Plan.

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