Unterwegs auf dem Salar de Uyuni.

Da stehe ich also. Auf dem größten ausgetrockneten Salzsee der Erde. Mitten im bolivianischen Altiplano auf knapp 3700 Metern über dem Meeresspiegel. So lange hatte ich darauf gewartet, so viele unzählige Bilder gesehen. Und bin trotzdem total fasziniert von dieser weißen Pracht, die so weitläufig ist, dass sie – egal wo ich hinschaue – am Horizont auf den strahlendblauen Himmel trifft.

Der Salar de Uyuni hat ein Ausmaß von über 10.000 Quadratkilometern. Eine Zahl, die sich ganz schön gewaltig anhört, aber irgendwie nicht wirklich greifbar ist. Zumindest nicht, bis man sich die Entfernung von Mannheim nach Frankfurt vorstellt. Und verdoppelt. Denn genau so lang ist die Fläche, auf der ich mich gerade befinde. Und fast genau so breit. Salz gibt es hier genug, laut Wikipedia wird die Menge auf 10 Milliarden Tonnen geschätzt. Wieder so eine Monsterzahl. Manchmal ist die dicke Salzkruste mit Wasser bedeckt, nämlich dann, wenn es in der Regenzeit zu Niederschlägen kommt. Dann verwandelt sich der Salar de Uyuni in einen überdimensionalen Spiegel und man hat das Gefühl über das Wasser zu fliegen.

Bolivien Tour Sonnenuntergang

Bolivien Tour Salar de Uyuni Sonnenaufgang1

So wie wir heute Morgen. Wir waren früh aufgestanden, um uns den Sonnenaufgang am Rande des Salzsees anzuschauen. Genau an dieser Stelle hatte sich einiges an Wasser angesammelt, wir hatten also Glück. Während die Sonne langsam am Horizont erschien, zeigte sich der Himmel in den wunderschönsten Tönen. Und das gleich doppelt, denn das Farbenspiel spiegelte sich auf dem Wasser und der daruntergelegenen weißen Salzkruste. Ein perfekter Start in den Vormittag auf dem Salar de Uyuni und ein Sonnenaufgang, der mir definitiv lange im Gedächtnis bleiben wird.

Anschließend stiegen wir ins unseren Jeep und düsten los. Querfeldein. Mittlerweile war die Sonne komplett aufgegangen und es war hell. Und da verstand ich plötzlich alle anderen, die dieses Gefühl beschrieben, dass man nicht mehr weiß, wo oben und unten ist. Es sah alles gleich aus. Im positiven Sinne natürlich. Blauer Himmel, ein paar leichte Wolken und wir, die stundenlang einfach nur  geradeaus fuhren. Stefan und ich hatten es uns auf der Rückbank des Jeeps so richtig gemütlich gemacht. Fenster auf – und es war alles andere als warm, auch wenn es auf den Bildern so aussieht – mit Decken und Schals zugedeckt, Musik laut gedreht und einfach nur aus dem Fenster geschaut. Ohne, dass der Anblick auch nur für eine Sekunde langweilig wurde.

Bolivien Tour Salar de Uyuni

Bolivien Tour Salar de Uyuni

Salar de Uyuni Sprung

In der Ferne fiel uns ein Jeep auf, der mit den Hinterrädern verdächtig tief eingesunken war. Ein Guide, der sich überschätzt und die Tiefe des Wassers unterschätzt hatte. Andere Autos kamen zur Unterstützung, konnten allerdings nicht helfen. Das Ding steckte fest. Unser Guide Rico erzählte uns, dass in so einem Fall nur noch die Einheimischen mit ihren großen Geländewagen helfen könnten und die Bergung wohl einige Stunden dauerte. In diesem Moment waren wir alle dankbar für unseren Guide, der unserer Meinung nach in der ein oder anderen Situation, in der ein Jeep nach dem anderen an uns vorbei rauschte, zu langsam aber dennoch immer sicher und vertrauensvoll von A nach B fuhr. Ja, dann doch lieber so.

Irgendwann knurrten unsere Mägen und es wurde Zeit fürs Frühstück. Wir machten einen Stopp auf der Insel Incahuasi, die sich mitten auf dem Salar befindet. Sie ist Heimat vieler jahrtausendalter und meterhoher Kakteen. Beim Rundweg über die Insel, bei dem man nochmal ein paar Höhenmeter mehr überwinden musste, blieb mir zwischendurch die Luft weg. Man vergisst dann doch irgendwann, dass in der Höhe alles anstrengender ist und man schnell über das Ziel hinaus schießt. Aber dieses 360° Panorama von ganz oben machte jede Anstrengung wett. Es war so schön und ruhig, dass ich definitiv den ganzen Tag hätte hier verbringen können. Und eine Beschäftigung hätte ich auch gehabt, denn die zahlreichen Kakteen, die hier um mich herum versammelt waren, hatten ganz unterschiedliche und lustige Formen, in denen man mit wenig Phantasie Gesichter und andere Gestalten sehen konnten.

Doch wir mussten los und hatten gefühlt schon viel zu viel Zeit hier oben verbracht. Die meisten der anderen Touristengruppen waren bereits weitergezogen und Rico wartete schon auf uns. Also wieder rein ins Auto und weiter.

Salar de Uyuni Isla Incahuasi2

Salar de Uyuni Isla Incahuasi4

Salar de Uyuni Isla Incahuasi3

Nach einem Besuch des etwas unspektakulären Salzmuseums machten wir einen weiteren Stopp. Mitten im Nichts. Es war Shootingtime!

Zuerst schossen wir “normale Fotos” mit dem Selbstauslöser meiner Kamera. Für das Gruppenbild kletterten Esther und ich auf das Dach unseres Jeeps, während der Rest sich um das Auto drapierte. Dann trommelte Rico uns zusammen und es wurde lustig. Denn wer schon mal den Salar de Uyuni bei Google gesucht hat, hat sie sicher gesehen: diese Fotos, bei denen mit den Größenverhältnissen von Menschen und Gegenständen gespielt wurde.

Wir gaben unserem Guide all unsere Handys und bekamen anschließend genaue Anweisungen, was zu tun war. Links, rechts, springen, umdrehen. Noch einmal. Und noch einmal. Und noch einmal. Bis er Fotos und Videos mit all den vielen Handys gemacht hatte, die wir ihm gegeben hatten. Wir alle hatten eine Menge Spaß. Beim Performen und Posen. Und beim Anblick, des auf dem Boden liegenden Guides, der uns und die vielen Handys gekonnt koordinierte.

Am Ende haben wir eine ganze Reihe von Erinnerungsfotos. Von einem ereignisreichen und aufregenden Vormittag auf dem größten ausgetrockneten Salzsee der Welt. Dem Salar de Uyuni.

Salar de Uyuni Gruppe

Salar de Uyuni Schattenbild

Salar de Uyuni Dino

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